Dienstag, 26. April 2016

Tag 1 - Langeweile

Nachdem die spannenderen Teile der heimischen und entliehenen Buchbestände während der letzten Tage schon ausgiebig durchdacht wurden, blieb heute Zeit für - Langeweile. Shizuka stand gegen acht Uhr auf und malte erst einmal einen Schwarm Schmetterling auf die Tafel im Flur. Danach war der Garten dran: Indoboard. Nach fünf Minuten kam sie wieder rein (Mama, ich hab doch keinen Bock). Das Einrad war an der Reihe. Diesmal dauerte es zehn Minuten (Mama, ist langweilig). Seifenblasen ... zehn Minuten. Rasen schneiden ... fünf Minuten. Skateboard ... hat es nichtmal bis zur Haustür geschafft. Rollschuhe? Keine Option. Hm. Doch Buch lesen? Laaaaangweilig!

Schließlich wurde sie dann doch noch aktiv. Knapp vor dem Mittagessen packte Shizuka die kleine Wetterstation aus, die sie eigentlich schon vor zwei Jahren in Deutschland auf dem Balkon aufbauen wollte. Heute also doch. Okay. Und dann überschlugen sich die Ereignisse ...

Mama, ich brauch ein Wörterbuch, die Anleitung ist Englisch!

Mama, eine PET-Flasche! Sofort! Halber Liter, leer!

Passt nicht! (Drei Flaschen von lokalen Herstellern ausprobiert, überall war der Schraubverschluss zu weit. Sogar das extra am nächsten Automaten nach Augenmaß gezogene Exemplar, das Mama "auf Ex" trinken musste, passte nicht.)

Moment, Papa hatte da doch neulich 'ne Colaflasche, die sind doch eigentlich weltweit gleich ... Passt! 

Schraubenzieher! ... Nee, kleiner! Kreuzschlitz!

Wasser!

Sand!

Bis zum Mittagessen hatte sie tatsächlich die kleine Colabuddel ausgespült, zum Teil mit Sand gefüllt, mit Wasser aufgefüllt und eine kleine Wetterstation aufgeschraubt, die aus Windrichtung- und Stärkeanzeiger, einem Thermometer, einem Kompass und einem Niederschlagsmesser besteht. Sie hatte das Ding im Garten nach Anleitung aufgebaut, schön im Freien, weit weg von Bäumen und Hauswand. Das Thermometer war an der Nordseite der Flasche angebracht, damit es sich in der Sonne nicht aufheizen würde. Nur ein Problem gab es nun noch: die Flasche. PET, ohne Zier, nur mit der graubraunen Sandmatsche drin. Unästhetisch. So eine Wetterstation, die muss doch was hermachen!

Und damit war klar: Den Nachmittag würden wir in der Aquaristik-Abteilung des örtlichen Wohnzentrums (eine Mischung aus Baumarkt und Inneneinrichter inklusive Zooabteilung) verbringen. Shizuka einigte sich schließlich auf eine Wasserpflanze namens Cabomba und ein Säckchen rot-orangenen Kies. Zu Hause angekommen, wurde das Zeug anstelle des Sands in die Flasche gefüllt. Wir haben also nun ein "Aquarium" ohne Fische im Garten. Ich bin gespannt, was morgen kommt. Als Bettlektüre wurde mir aufgetragen, alles verfügbare über die korrekte Pflege von Cabomba zu lesen ...

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