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Mittwoch, 5. Dezember 2018

Was ist lauter, Urknall oder Heavy Metal?

Ganz genau lässt sich das vermutlich nicht mehr klären, da das eine Ereignis einfach zu lange her ist und das andere zu unberechenbar. Aber es scheint, als hätte man sich der Frage nach der Lautstärke des Urknalls bereits wissenschaftlich angenommen, und zwar interdisziplinär. Herausgekommen ist ein beeindruckendes Videointerview, in dessen Verlauf man lernt:


  1. Die Materiedichte zum Zeitpunkt des Urknalls war so hoch, dass es keinen Knall und keine Schallwellen gab, sondern einen permanenten Tonzustand.
  2. Die erzeugten Töne waren 50mal tiefer als die tiefste Gitarrenseite und daher für Menschen nicht im hörbaren Bereich. Und für Hunde? Hunde hätten den Urknall nicht hören können, weil es sie noch nicht gab. Keine Atome, keine Moleküle, keine lebenden Zellen. So einfach ist das.
  3. Wie viel Dezibel genau die Schallzustände (Keine Wellen!) des Urknalls erreicht hätten, ist unbekannt. Und für das menschliche Gehör sind die tiefen Frequenzen ohnehin nicht wahrnehmbar. 
  4. Heavy Metal arbeitet auch mit tiefen Frequenzen. Und mit Dauerbeschallung. Und ist laut. Daher die berechtigte Frage: Kann Manowar den Urknall toppen? Spoiler: Nein, das schreibe ich jetzt nicht. Guckt doch einfach selber und amüsiert Euch so, wie Shizuka und ihre Mama das getan haben ...

Samstag, 21. November 2015

Mama, unterschreiben!

Die Ereignisse in Paris vor einer Woche sind an unserer Familie nicht vorübergegangen. Freunde und Bekannte sind nicht direkt betroffen, zum Glück - aber selbst im Computerzeitalter dauert es doch einige Zeit, das herauszufinden. In der Schule wurde das nicht so groß thematisiert, wie ich als Mutter befürchtet hatte (immerhin steht Deutsche Schule drauf, aber der Inhalt ist tatsächlich eher international).  Allerdings reagierte man doch irgendwie, denn seit Montag Mittag hängt ein Plakat in der Schule, das das laut Zeit online zuerst von Lukas Podolski getwitterte Peace-Zeichen mit dem eingeschriebenen Eifelturm zeigt und zu solidarischen Unterschriften aufruft. Alles natürlich in den Farben der Tricolore gehalten. Eine kurze Erklärung, warum das Plakat da hängt, und dass uns die demokratischen Werte auch auf der anderen Seite des Planeten nicht ganz schnuppe sind, gab es zusammen mit weiteren Solidaritätsbekundungen und entsprechenden Bildern auf einer zweiten Stellwand daneben.

Als ich am frühen Nachmittag Shizuka abholte, war das Plakat schon gut mit Unterschriften gefüllt. Zweihundert, grob geschätzt, also gut die Hälfte der des Schreibens mächtigen Schulgemeinschaft hatte sich da am Mittag schon verewigt. Inklusive Shizuka, natürlich, die wissen wollte, wer für das Plakat verantwortlich zeichnet. Es gab eine Schweigeminute um zwölf Uhr mittags.

Am nun kommenden Montag wird die Schule beflaggt sein - Trauerbeflaggung. Verspätet gedenkt man dem Tod des Helmut Schmidt und, zusammen damit, der Opfer der Anschläge in Paris. Nachgeschoben (und so auch klein auf der Plakatwand vermerkt) natürlich auch der Opfer von Terroranschlägen in anderen Ländern. Mehrere Fragen kamen da schon auf:

Warum hat so eine kleine Schule so eine lange Reaktionszeit?* 

Sind wir hier wirklich so europazentriert im Denken?**

Wenn schon plakatiert und beflaggt wird, warum wird das Thema dann nicht ausführlicher mit den Schülerinnen und Schülern aufgearbeitet?*** 



* Ideen haben wir da schon ... Großer Verwaltungsapparat, zu viele beteiligte Gremien, suboptimale Koordination und Kommunikation zwischen den beteiligten Parteien ...

** Nein, das ist keine rhetorische Frage, das ist wirklich ernst gemeint. Die meisten Menschen hier befinden sich nicht zum ersten Mal in ihrem Leben außerhalb Europas.


*** In den fünften Klassen würden sich da die Französisch-AG, Englisch (Involvierung USA), Deutsch (Lage im eigenen Land), Erdkunde (offensichtlich), Sportunterricht (da wird Fussball gespielt), Musik (betroffene Konzerthalle) und vermutlich auch noch die Klassenlehrerstunde anbieten. Geschichte, Politik und Ethik gibt es ja noch nicht.