Donnerstag, 15. Oktober 2015

Flüchtlingskrise in Deutschland

Hier in Japan stehen die Uhren auf Halloween, in Deutschland wird Hilfe benötigt. Shizuka liest immer an vier von sieben Tagen morgens die Zeitung über Mamas Schulter. Die Meldung des (strikt genommen) zivilen Ungehorsams in Wien wurde mit leuchtenden Augen aufgenommen, und jede neue Meldung über Hilfsangebote wird bejubelt. Aber die kleine Dame hat auch die Schwierigkeit verstanden: Diese Menschen werden nur schwer eine neue Heimat finden, und vor allem werden sie vermutlich erstmal nicht in ihre alte Heimat zurückkehren. Denn die Lage in Syrien und den benachbarten Ländern wird nicht besser, sondern zunehmend unübersichtlich. 
Was passiert, wenn alle "normalen" Menschen das Land verlassen haben?
 Hört dann der Krieg auf? 
Wer baut das Land dann wieder auf? 
Es ist ja dann niemand mehr da außer Soldaten.

Das sind im großen und ganzen die Fragen, die Shizuka derzeit umtreiben. Antworten darauf bekommt sie erst einmal nicht, denn die weiß wohl niemand derzeit. Besonders positiv hat sie aber die Meldung aufgenommen, dass ein früherer Lehrer ihrer Schule jetzt in Deutschland unbegleitete Flüchtlingskinder unterrichtet. Der Herr stand vorher schon hoch im Kurs bei ihr - der Respekt ist gestiegen. Und die Zuversicht, dass alles gut wird. Denn "Mama, wenn sich so ein guter Lehrer um die Kinder kümmert, dann geht es denen bestimmt gut. Der hat hier immer gesagt, dass die Klasse seine Familie ist!"

Kann eine funktionierende Klassengemeinschaft eine Familie ersetzen? 
Können Hilfsangebote, Unterricht und neue Freunde Trauma heilen? 
Kann Schule so viel bieten, dass wirklich "alles gut" wird?
Oder wird es nur schlimmer, weil niemand weiß, wie lange diese Kinder im Land und damit in der neu gefundenen Geborgenheit bleiben dürfen?
Was passiert mit diesen Kindern, wenn sie Deutschland und die Schule wieder verlassen müssen, aufgrund der Asylbestimmungen?
Die Kinder sind alle aufgrund ihrer Fluchtgeschichte mehrsprachig - jetzt müssen die auch noch Deutsch lernen. Wie geht das? 
Werden die anderen Sprachen der Kinder auch gefördert, weil, das sind ja eigentlich ganz tolle Lernvoraussetzungen?!

Alles nicht so einfach, und irgendwie macht es Shizuka ganz kribbelig, dass die Erwachsenen in dieser Situation anfangen, über zuständige EU-Mitgliedsstaaten, Formulare und Altersbestimmungen zu streiten. 

Und dann ist da noch ein ganz besonderes Anliegen, dass Shizuka und ihre Mama gemeinsam bearbeiten. Einfach mal reinklicken! Es wird viel Hilfe benötigt, denn bisher gab es nur "heiße Luft" - viele Menschen, die helfen wollten und de facto nichts getan haben.

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