Donnerstag, 15. Dezember 2016

Alle Jahre wieder ...

Nein, nicht die Weihnachtszeit. Obwohl die auch mit schöner Regelmäßigkeit wiederkehrt. Diesmal geht es um die werten Lehrkräfte. Auch diesmal erfolgte während der Sommerferien eine größere Umbaumaßnahme bezüglich der personentechnischen Bestückung der hiesigen Schule. In der Vergangenheit zeigte sich, dass das häufig mit Problemen für Shizuka verbunden ist. So auch diesmal.

"Frau ..., Ihre Tochter hat schon wieder ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Glauben Sie, das Kind ist in der aktuellen Jahrgangsstufe gut integriert?"

"Frau ..., Shizuka ist schon wieder zu spät gekommen. Ist sie von der Schule überfordert?"

"Frau ..., der letzte Vokabeltest war eine Vier. Ihr Kind kann in der Jahrgangsstufe nicht mithalten."

Lehrerwechsel sorgen aufgrund der etwas ungewöhnlichen Kombination von Alter und schulischer Jahrgangsstufe immer wieder für mehr oder weniger eigenartige Konversationen. Dieses Mal kam erschwerend dazu, dass Shizuka neuerdings Französisch als Schulfach hat. Laut Lehrplan rangiert das bei ihr als dritte Fremdsprache, tatsächlich ist es die erste. Denn Englisch wird genauso wie Japanisch in der Familie gesprochen, so dass Shizuka die beiden Sprachen aus dem tatsächlichen Gebrauch und nicht aus dem Fremdsprachenunterricht kennt. 


Eine Fremdsprache lernt man ganz anders kennen als eine Muttersprache. Egal, ob es die Erst-, Zweit- oder Drittsprache ist: Kinder lernen die Sprache in erster Linie durch Hören und Sprechen. Die Regeln hinsichtlich Grammatik, Aussprache, logischer Zusammenhänge und dergleichen werden nicht als Regeln wahrgenommen, sondern einfach angewandt. Später, im muttersprachlichen Schulunterricht, lernt man eventuell die Regel hinter dem Satzbau kennen und nachvollziehen, vielleicht aber auch nicht. Fremdsprachenunterricht zäumt das Pferd sozusagen von hinten auf: Erst kommt die Regel, und dann darf man mithilfe der auswendig gelernten Regel und der auswendig gelernten Wörter anfangen, Sprache zu produzieren. Jemand, der nie Vokabeln gelernt hat und Grammatik nur als Gehstock für sprachlich Unbedarfte kennt, ist das ein ziemliches Drama. So ließen sich die allabendlichen E-Mails der Fee für französische Spracherziehung denn auch recht leicht interpretieren. Die Dame zu beruhigen war allerdings etwas schwerer und bedurfte mehrerer Gespräche ...

Endlich dann im Dezember die Entspannung: Eine Eins in der Französischarbeit. Der vorausgegangene Elternsprechtag hatte schon für etwas Entspannung gesorgt, da das inzwischen gut gefüllte Schmier- und Übungsheft für die allabendlichen zehn Minuten Französisch und Englisch (Ausrede fürs Kind: Alle Sprachen muss man pauken, fertig.) vorgezeigt werden konnte.

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