Montag, 4. Juli 2016

Sommerferien, Nr. 2

Der erste Ferientag, der erste Schultag für Shizuka. Schön war es, erzählte heute Mittag eine fröhlich lachende und auf dem Heimweg permanent hüpfende kleine Dame. Reiseintopf zum Mittagessen, gemeinsames Klassenzimmerputzen und der Lernstoff von vor zwei Jahren, das muss in der Mischung recht cool gekommen sein. Außerdem mag sie scheinbar die Kollegen und Kolleginnen in der Schule, die nach eigenen Angaben so völlig anders sind als deutsche Schulkinder, aber doch irgendwie okay. Und was sie besonders witzig fand: Alles wurde mit すごい、かわいい、すてき kommentiert. Die popolangen Haare, die Turnschnäppchen (statt 部屋ばき), der deutsche Scout-Schulranzen, das dazu passende Mäppchen, die Erzählungen von der Deutschen Schule und die Tatsache, dass die kleine Dame ihre Kanji zwar nicht im Griff hat, aber rechnet wie ein Weltmeister und eigentlich nie die Klappe hält. Der Nachmittag auf dem Spielplatz fiel dementsprechend entspannt aus, tobende Kinder, die bei den extrem feucht-schwülen 34° C und strahlendem Sonnenschein eigentlich einen Hitzschlag hätten kriegen müssen.

Später dann das übliche Montagsklettern mit den Klassenkameradinnen aus der Deutschen Schule. Es war das letzte, vorerst, denn von den anwesenden drei Familien (ja, diesmal waren auch Eltern und jüngere Geschwister dabei, insgesamt haben wir die Boulderwand mit 12 Leuten überlastet) gehen zwei diese Woche zurück nach Deutschland. Das Treffen fiel entsprechend laut aus, aber nach kurzer Erklärung hatte das Personal sehr viel Verständnis und tolerierte auch die anschließende Studentenfutter-und-Sportgetränk Party in der Kinderecke. Tränen flossen, nicht nur bei den Kindern, und unter Umarmungen und Küsschen rechts und links versprach man sich, elektronisch in Kontakt zu bleiben. Wir sind gespannt ...


Abends dann zu Hause wurde die Anspannung bemerkbar: Shizuka kollabierte auf dem Sofa und war erst wieder nach 1 1/2 Stunden "Asterix in Amerika", einem tüchtigen Abendessen und ausgiebigen Streicheleinheiten ansprechbar. Zum Glück sind die nächsten Tage ausgebucht und voll spannender Abenteuer, sonst würde sie vermutlich in ein depressives Loch fallen. Die zwei besten Freundinnen sind weg. Das ist sehr, sehr schlimm, glaube ich. Und ich habe wirklich Respekt, dass sie das bisher so cool nimmt.

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