Mittwoch, 8. Juli 2015

Rettungsaktion

Unser Bäumchen ist schon wieder von Krabbeltierchen befallen, diesmal von braunen. Die kleinen Viecher sind überaus hungrig, sie kommen als Winzlinge von nur ein oder zwei Millimetern Länge aus dem Nichts (vermutlich der Erde unter dem Bäumchen) und fressen sich fröhlich durch das Gehölz. Der arme kleine Baum ist nun schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen fast komplett kahl. Wir haben am Samstag zwölf Krabbeltierchen aus dem Grünzeug gepflückt, gestern noch einmal neun. Die agilen kleinen Viecher kennen keine Furcht, auch im Insektenbeobachtungskasten aus durchsichtigem Plastik stellten sie sich nur ganz kurz tot und krabbelten dann eifrig nach oben, in Richtung Lüftungsschlitz.

Die Art ist uns unbekannt (drei Stunden Recherche online blieben fruchtlos). Die Tiere haben Brustbeine wie Schmetterlingsraupen und vier Paare Bauchbeine, es könnten also wirklich Schmetterlingsraupen sein. Die Färbung im Braunbereich ist wunderschön, die Tiere sind in Längsrichtung in Schlangenlinien gemustert und haben im Brustbereich auf dem Rücken weiße Flecken, die wie Augen aussehen. In unserem Bäumchen waren die Größten etwa zwei Zentimeter lang. Wir haben auch zwei leere Hüllen gefunden, vermutlich haben sich also schon einige der Tiere vollständig satt fressen und verpuppen können, bevor sie ihr übriges Insektenleben begonnen haben. Da gerade sehr viel Wasser mit recht großer Wucht vom Himmel fällt (und das seit Tagen am Stück - Regenzeit), wissen wir gar nicht, wieviele leere Hüllen sich schon in den Wassermassen aufgelöst haben. Jedenfalls gehen wir gerade einmal täglich vors Haus und meditieren wenigstens zehn Minuten über dem Bäumchen, damit eventuell immer noch vorhandene Raupen oder Larven gefunden und in die Wildnis entlassen werden können.


Derweil sind wir bei 134 Kranichen angekommen. Ohne Foto diesmal.

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